Was ist passiert?
Unbekannte Angreifer verschafften sich Zugang zu den Kältereglern von mehreren Hundert französischen Supermärkten, darunter Märkte von Intermarché, Netto, Coopérative U und Carrefour. Mitten in der Nacht schalteten sie die Verdampfer auf Abtauen. Die Kühlmöbel heizten sich auf, in einigen Märkten auf rund 50 °C, und an mehreren Orten schmolzen Geräte oder fingen Feuer. Ganze Gänge mit Kühl- und Tiefkühlware mussten entsorgt werden.
Der Angriff fiel nicht rechtzeitig auf, weil die Regler keinen Alarm auslösten. Sie taten ja nur, was man ihnen gesagt hatte. Kurz darauf meldeten Märkte in Belgien dasselbe, und Anfang November traf es die Kühlung von Märkten unter anderem in Schweden, Belgien und Luxemburg erneut.
Wie kamen die Angreifer hinein?
Die betroffenen Regler hingen direkt am Internet, mit einer eingebauten Webseite zur Fernbedienung. Sicherheitsforscher hatten schon 2025 gezeigt, dass sich bei einem verbreiteten Modell die Anmeldung mit einem Servicecode umgehen ließ, der auf dem Tagesdatum beruhte. Der Hersteller Danfoss schloss die Lücke im August 2025 mit einem Update und forderte die Kunden auf, ältere Regler zu aktualisieren oder zu ersetzen. Die angegriffenen Anlagen liefen mit veralteter Software, und manche Modelle hatten seit Jahren keine Updates mehr bekommen.
Es war also kein raffinierter Angriff. Möglich wurde er durch alte Regler, die offen im Internet standen, und durch Updates, die nie eingespielt wurden.
Kühlung ist kritische Infrastruktur
Kühlung hält Lebensmittel und Medikamente sicher, und ein Supermarkt ohne Kühlung kann einen großen Teil seiner Ware nicht verkaufen. Genau deshalb sind Kälteanlagen ein Ziel: Ein Angriff trifft viele Märkte auf einmal, der Schaden entsteht sofort, und die Kunden merken es. Die NIS2-Richtlinie der EU zählt die Herstellung, Verarbeitung und den Vertrieb von Lebensmitteln zu den kritischen Sektoren, und nach dem Angriff sagte der EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, die Ernährungssicherheit brauche auf allen Ebenen mehr Aufmerksamkeit.
Kälteanlagen werden oft von einem externen Kältefachbetrieb betreut, und der Regler hat meist einen Fernzugang, damit der Techniker die Anlage von unterwegs sehen kann. Das ist praktisch, bedeutet aber auch, dass die Sicherheit davon abhängt, wie dieser Zugang eingerichtet ist und ob jemand ihn im Blick behält.
So schützen Sie Ihre Kälteanlagen
- Lassen Sie sich von Ihrem Kältefachbetrieb eine Liste aller Regler mit Modell und Softwarestand geben
- Aktualisieren Sie die Regler, und ersetzen Sie die, für die der Hersteller keine Updates mehr liefert
- Nehmen Sie die Regler aus dem offenen Internet, und lassen Sie den Fernzugang über eine sichere Verbindung laufen, etwa ein VPN
- Ändern Sie Standardpasswörter, und geben Sie jedem Nutzer ein eigenes Login
- Legen Sie fest, wer Fernzugang hat, und schließen Sie Zugänge, die niemand nutzt
- Trennen Sie das Netz der Kälteanlagen vom übrigen Netz des Markts und vom Gäste-WLAN
- Setzen Sie auf eine Überwachung, die nicht vom Regler abhängt, damit Sie erfahren, wenn die Temperatur steigt, egal aus welchem Grund
Die meisten Punkte sind Aufgabe Ihres Kältefachbetriebs. Fragen Sie dort direkt nach, wie es in Ihren Märkten aussieht.
So erkennt Maci Intelligence einen Angriff
Maci Intelligence ist dafür gebaut zu sehen, was in der Anlage wirklich passiert, auch wenn der Regler manipuliert wurde. Maci hat eigene Sensoren an der Anlage und liest nicht vom Regler. Temperatur, Druck und Strom werden jede Minute gemessen. Wird ein Verdampfer mitten in der Nacht auf Abtauen geschaltet, sieht Maci die Temperatur steigen und den Verdichter stehen und schlägt per SMS und E-Mail Alarm, solange die Ware noch zu retten ist. Nimmt niemand den Alarm an, geht er nach 15 Minuten an den Betreiber. Verliert eine Maci-Einheit die Verbindung, erfahren Sie auch das.
Maci sendet keine Befehle an die Anlage und kann ihre Einstellungen nicht ändern. Maci öffnet also keinen neuen Weg in Ihre Kälteanlage.
Verschlüsselt und auf industriellem Niveau gesichert
- Jede Maci-Einheit hat ein eigenes digitales Zertifikat, und ihre Verbindung zu Maci ist verschlüsselt
- Die Messwerte sind auf dem ganzen Weg verschlüsselt und werden verschlüsselt in der EU gespeichert
- Niemand meldet sich mit einem Passwort an: Die Anmeldung erfolgt mit Passkey, Google oder einem Einmalcode
- Der Betreiber entscheidet, wer welche Anlage sieht, und der Zugriff wird bei jeder Aktion geprüft
- Aktionen von Administratoren werden protokolliert
So funktioniert Maci Intelligence
Quellen
- Reuters, CNBC und CBS News über die Angriffe auf Supermärkte in Frankreich und Belgien, Oktober 2026
- DR (Dänischer Rundfunk): Danfoss zum Hackerangriff auf französische Supermärkte, 14. Oktober 2026
- TV 2 (Dänemark): Tiefkühler und Kühlschränke in mehreren europäischen Supermärkten gehackt, 2. November 2026
- Claroty Team82 über Schwachstellen im Danfoss AK-SM 800A, 2025
- NIS2-Richtlinie, (EU) 2022/2555, Anhang II
Wie die Alarme bei Ihnen ankommen, steht auf der Seite zu den Alarmen, und wie wir Daten schützen, auf der Seite zur Datensicherheit.